Albert Lortzing
ZAR UND ZIMMERMANN
Komische Oper in drei Akten
Libretto vom Komponisten
In Zusammenarbeit mit der Ballettakademie Erich Payer
Heute würde man es wohl Industriespionage nennen, was der russische Zar Peter der Große im Jahre 1698 auf der Schiffswerft zu Saardam trieb. Albert Lortzing (1801-1851) schuf aus der historisch verbürgten Geschichte eine der wirkungsvollsten musikalischen Komödien, sein bis heute erfolgreichstes Werk. Er gestaltete unsterbliche Theaterfiguren, Menschen mit allen Höhen und Tiefen eines Gefühlslebens, die uns sofort vertraut vorkommen. Die Eitelkeit des aufgeblasenen, geltungssüchtigen und mit eher beschränkten Geistesgaben versehenen Bürgermeisters van Bett, dessen Auftrittsarie O sancta justitia zu den genialsten
Schöpfungen der Komischen Oper zählt, lässt sich in nur kaum verwandelter Form heute ebenso konstatieren wie die Eifersucht des Peter Iwanow. Und der Zar selbst ist nicht nur der milde Herrscher, der das Beste für sein Volk will – hört er von drohendem Aufruhr, wird sofort der brutale Machtmensch in ihm sichtbar.
Seit einiger Zeit ist eine beginnende Lortzing-Renaissance auf deutschen Bühnen zu beobachten, die nicht zuletzt der musikalischen Qualität geschuldet ist. Den fein charakterisierten Rollenporträts entspricht ein scheinbar einfacher, dabei genau treffender Einsatz musikalischer Mittel. Richard Wagner hatte sicher Recht, wenn er Zar und Zimmermann – natürlich nebst seinen Meistersingern von Nürnberg – für eines der
gelungensten Beispiele einer deutschen komischen Oper hielt.
Adriana Altaras hat in Augsburg zuletzt mit ihrer rasant-komödiantischen Inszenierung von Il barbiere di Siviglia einen großen Erfolg erzielt und ist die Regisseurin der Comedian Harmonists auf der Freilichtbühne. Sie inszenierte u. a. am Theater Aachen Die lustige Witwe, in Potsdam Die Fledermaus und realisierte an der Berliner Staatsoper Unter den Linden mehrere eigene Projekte.
Premiere: 5. Dezember 2009 | Großes Haus
Musikalische Leitung Kevin John Edusei | Inszenierung Adriana Altaras |
Bühne und Kostüme Ingrid Erb | Choreografie Dimas Casinha | Dramaturgie Ralf Waldschmidt
, Roman Payer, Per Bach Nissen
|