Ewald Palmetshofer
FAUST HAT HUNGER UND VERSCHLUCKT SICH AN EINER GRETE
ER und SIE lernen sich auf einem „bring what you eat“ bei Freunden kennen. Paul und Ines, Tanja und Robert haben soeben das neu zugezogene Paar Anne und Fritz samt Nachwuchs erfolgreich in ihre Runde aufgenommen – nun beobachten und kommentieren sie jeden Schritt der sich neu anbahnenden Paarbildung zwischen IHM und IHR: „da haben sich ja zwei gefunden / im Wohnzimmer von uns / und was die angezogen aneinander, weiß man nicht / vermutlich die Verneinung / die konnt’ man deutlich spür’n an ihm / und er bestimmt an ihr / Verneinung zum Prinzip ernannt / ein Teufel kennt den andern“.
Ewald Palmetshofer, 1978 im Mühlviertel in Oberösterreich geboren, zählt zu den wichtigsten Autoren neuer deutschsprachiger Dramatik. Seine Stücke sind gleichzeitig hochartifiziell und direkt, voll schwarzen Humors, und balancieren dabei bewusst am Rand der Unmöglichkeit, „Wahrheit“ mithilfe von Sprache aufzuspüren. faust hat hunger und verschluckt sich an einer grete greift Motive aus Goethes Klassiker auf und überträgt sie in eine vom Kapitalismus regulierte Gesellschaft: „Wenn das vergangene Jahrhundert das der Raserei nach dem Totalen war, so rasen wir noch immer, ohne Politik und schön privat, von einem Produkt zum nächsten, bis nur noch eines zu konsumieren bleibt: der Nebenmensch“, so der Autor über sein neues Stück. Palmetshofer wurde von deutschen Kritikern zum „Nachwuchsdramatiker 2008“ gewählt, im selben Jahr wurde sein Stück hamlet ist tot. keine schwerkraft zu den Mülheimer Theatertagen eingeladen. In der Spielzeit 2007/08 war er Hausautor am Schauspielhaus Wien, wo im März 2009 auch die Uraufführung von faust hat hunger und verschluckt sich an einer grete erfolgte.
Premiere: 16. Januar 2010 | Komödie
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