Franz Schreker
DER FERNE KLANG
Oper in drei Aufzügen
Libretto vom Komponisten
Die Uraufführung seiner ersten vollendeten Oper Der ferne Klang 1912 in Frankfurt am Main machte Franz Schreker (1878-1934) über Nacht zu einer Berühmtheit. Publikum und Presse reagierten mit Begeisterung. Weitere Opern folgten, darunter Das Spielwerk und die Prinzessin (1913), Die Gezeichneten (1918), Der Schatzgräber (1920) und Irrelohe (1924). In diesen Jahren war Schreker der meistgespielte lebende deutsche Opernkomponist, die Aufführungszahlen seiner Werke übertrafen selbst die von Richard Strauss. Schreker nahm die geistigen und musikalischen Strömungen seiner Zeit auf und formte aus ihnen eine ganz eigene, faszinierende Klangsprache, die aus den scheinbar so gegensätzlichen Traditionen Wagners und Debussys gleichermaßen schöpfte. Aufgrund seiner jüdischen Abstammung wurde Schreker seit Anfang der 30er Jahre von den Nationalsozialisten heftig angegriffen. Verbittert starb er 1934 an den Folgen eines Schlaganfalls. Es sollte Jahrzehnte dauern, bis seine Werke langsam wieder dem Vergessen entrissen wurden.
Der ferne Klang erzählt die Geschichte des jungen Komponisten Fritz, der einem imaginären Klang hinterherjagt und darüber das Leben und die Liebe versäumt. Schreker hat mit seiner ersten Oper ein Künstlerdrama geschrieben, in dem er eigene Erfahrungen, die eigene Selbstvergewisserung als Komponist formulierte. Ein großer, spätromantischer Orchesterapparat, der faszinierende Farben zu erzeugen vermag, und die motivisch-musikalische Durchdringung und die Ausdeutung der Handlung und der Figuren
begeisterten das Publikum. Schreker gelang es, das „Unbewusste“ klanglich erlebbar zu machen.
Nicholas Broadhurst inszeniert erstmals in Augsburg; zu seinen letzten Arbeiten zählen Lohengrin in Darmstadt, Der Rosenkavalier in Wuppertal und Tristan und Isolde in Bielefeld.
Premiere: 21. Februar 2010 | Großes Haus
Musikalische Leitung Dirk Kaftan | Inszenierung Nicholas Broadhurst | Bühne und Kostüme
Timo Dentler und Okarina Peter | Dramaturgie Ralf Waldschmidt
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