Paul Claudel
DAS HARTE BROT
Louis, der Sohn des alten Turelure, kehrt aus Algerien zurück auf das französische Landgut seiner Familie. Er braucht einen kurzfristigen Kredit, um seine Plantagen in Nordafrika bis zur Ernte zu finanzieren. Sichel, die jüdische Geliebte seines Vaters, hat nach ihm geschickt, da Louis’ Verlobte Lumîr auf dem Landsitz aufgetaucht ist. Lumîr fordert vom alten Turelure umgehend ihr Geld zurück, das sie ursprünglich seinem Sohn geliehen hatte. Turelure, der gerade selbst eine Papierfabrik aufbauen will, verweigert jegliche finanzielle Unterstützung und macht sich damit zur Zielscheibe eines tödlichen Plans. Der gnadenlose Kampf aller gegen alle ist eröffnet: Sichel bringt Turelure dazu, ihr sein gesamtes Vermögen zu überschreiben, damit sein Tod niemandem mehr Gewinn verspricht und sie selbst zur begehrten Partie wird. Im Unwissen über diese Vereinbarung und angestachelt durch Lumîr, geht Louis im Streit mit seinem Vater bis zum Äußersten …
„Irgendetwas zwischen den Menschen und uns ist entzweigebrochen; umso schlimmer für sie; an uns ist es, davon zu profitieren.“ Die Figuren in Paul Claudels Das harte Brot schlagen losgelöst von wertstiftenden Ideologien Schlachten, in denen sie bis zuletzt kompromisslos an ihren scheiternden Utopien festhalten. Das Stück entstand 1913/14 als zweiter Teil der Claudel-Trilogie über die fiktive Geschichte der Geschlechter Turelure und Coûfontaine, die Uraufführung erfolgte 1926 in Oldenburg.
Premiere: 25. September 2009 | Komödie
Inszenierung Markus Trabusch
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