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»Ferne Klänge und ein leichtfüssiger Titan«
sind beim 5. Sinfoniekonzert am Montag/Dienstag 8./9. Februar 2010 um 20.00 Uhr in der Kongreßhalle zu hören:
Franz Schreker (1878–1934) Kammersinfonie (1916)
Alban Berg (1885–1935) Sieben frühe Lieder für eine Singstimme
Ludwig van Beethoven (1770–1827) Sinfonie Nr. 1 in C-Dur op. 21 (1800)
Schrekers Musik packt den Zuhörer im Innersten. Sei es seine Oper Der ferne Klang – die im Februar in Augsburg Premiere hat –, sei es sein wichtigstes Orchesterwerk, die Kammersinfonie:
Stets begegnet einem eine eigene, rauschhafte Klangwelt, die man nicht
zu sehr zerdenken, zerstückeln, analysieren darf. Man muss sich ihr
einfach hingeben, sie geschehen lassen und annehmen, dann kann man mit
ihr glücklich werden. So wie es die Hauptfigur aus Der ferne Klang,
der Komponist Fritz, am Ende der Oper erlebt, als er erkennt, dass
dieser „Klang“, den er sein Leben lang gesucht hat, stets bei ihm war –
kaum wahrnehmbare Schwingungen zwischen ihm und seiner Geliebten ... An
diese Art von Sensibilität knüpft auch Berg mit seinen Sieben frühen Liedern
an: Er, der Schreker genau kannte, der sogar einen Klavierauszug des
Fernen Klangs erstellte, lotet die Grenzen der Tonalität bis zum
Zerreißen aus und schafft traumverlorene Gebilde, in denen auch die
Grenzen zwischen Realem und Unwirklichem verschwimmen. So wie es im
Text des sechsten Liedes (nach Otto Erich Hartleben) heißt: „Träume des
Rausches, so reich an Sehnsucht.“
Der zweite Konzertteil stellt einen denkbar großen Kontrast zum ersten
dar. Obwohl Schrekers und Bergs auf motivischer Arbeit aufbauende
Kompositionsweise ohne Beethoven nicht zu denken ist, sind ihre dunklen
Visionen Lichtjahre entfernt von der heiteren, leichtfüßigen Gangart
von dessen erster Sinfonie.
Hier ist Beethoven noch nicht der in die Ferne blickende, der
Weltverbesserer, sondern ganz klassisch, ganz unbeschwert. Genau 100
Jahre liegen dazwischen …
Carola Guber, Mezzosopran | Friedemann Layer, Dirigent
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